Der Herbst kommt

Die Sommerferien sind (fast) vorbei, das Praxisteam ist wieder da, und der Herbst steht vor der Tür.

Zeit für Gesundheitsuntersuchungen, andere Vorsorgemaßnahmen  – und natürlich auch für die Überprüfung Ihres Impfschutzes. Bringen Sie uns doch einfach Ihren Impfausweis vorbei; wir schauen nach, ob alles aktuell ist oder ob Impfungen fällig sind.

 

Elektronische Gesundheitskarte und Telematik in der Arztpraxis ab 2018

Auf Patienten und Arztpraxen kommen im nächsten Jahr erhebliche Veränderungen zu, die aus vielen Gründen sehr kritisch hinterfragt werden müssen.

Ab Juli 2018 schreibt der Gesetzgeber einen sog. „Online-Abgleich“ der Daten auf Ihrer Krankenversicherungskarte vor (Versichertenstammdatenmanagement). Das bedeutet, dass in der Arztpraxis die auf der Krankenkassenkarte gespeicherten Daten mit den bei der Krankenversicherung gespeicherten Daten abgeglichen werden müssen. Dafür braucht die Arztpraxis eine Onlineanbindung an die Krankenkasse; die Krankenkasse kann dadurch potentiell auf die komplette Arzt-EDV zugreifen (auch wenn sie das -noch- nicht darf). Der Datentransfer erfolgt verschlüsselt.

Damit sind viele kritische Punkte verknüpft:

Die notwendige elektronische Infrastruktur muss installiert und gewartet werden, was pro Praxis sehr viel Geld kostet, das teils aus den Geldern der GKV-Beitragszahler finanziert wird, aber auch mit erheblichen Folgekosten für jede einzelne Praxis verbunden ist. Es gibt bisher bundesweit lediglich einen Anbieter, der dadurch quasi ein Monopol auf den Datenzugriff in allen bundesdeutschen Arztpraxen erhält. Wer dann schlussendlich wirklich Zugriff auf Ihre Gesundheitsdaten haben wird, ist völlig unklar. Durch den verschlüsselten Transfer kann niemand kontrollieren kann, welche Daten dabei wohin fliessen. Offiziell ist alles natürlich ganz sicher, praktisch gesehen sind durchaus Zweifel angebracht. Die Attacken durch Malware, Viren und Trojaner der letzten Monate zeigen, wieviel solch „sichere“ Systeme wert sind. Mit etwas Hackergeschick ist dann der komplette Inhalt Ihrer Patientenakte zugänglich. Nebenbei bemerkt: auch Ihre Krankenkassen geht Ihre Patientenakte rein nichts an.

Der Abgleich der Versicherungsdaten ist eine Aufgabe der Krankenkassen, die so – mit erheblichen Sicherheitsrisiken – auf die Arztpraxen verlagert wird. Der Abgleichvorgang an sich kostet pro Patient mehrere Minuten. Das dürfte zu massiven Wartezeiten bei der Ausgabe von Rezepten, Überweisungen etc. führen. Wenn das Internet mal nicht funktioniert, geht gar nichts mehr.

Langfristig soll das System erweitert werden. So soll in Zukunft z. B. jedes einzelne Rezept auf Ihrer Krankenkassenkarte vermerkt werden – was dann wiederum PIN-bewehrte Abfragevorgänge in jeder Apotheke und jeder Arztpraxis nötig machen wird. Langfristig ist auch eine elektronische Patientenakte mit zentraler Speicherung geplant.

Das System wird unnötig und riskant verkompliziert – ohne jeden erkennbaren Nutzen. Und niemand sagt etwas dazu. Fragen Sie bitte Ihren Bundes– und Landtagsabgeordneten, ob ihm/ihr bewusst ist, was da auf uns alle zu kommt. Und machen Sie sich bitte auch bewusst, dass Ihre Gesundheitsdaten eine Menge Geld wert sind – für Versicherungen, Pharma- und Werbeindustrie.

 

 

Neues Design unserer Website

Das Design unserer Website war in die Jahre gekommen – funktionell, aber etwas altbacken. Deshalb jetzt ein neues Layout mit – unserer Meinung nach – deutlich ansprechenderem Erscheinungsbild. Ohne Schnickschnack und mit gleicher Funktionalität.

Keuchhusten

Keuchhusten („Pertussis„) ist keine Kinderkrankheit, sondern kann durchaus auch Erwachsene betreffen. Die Erkrankung ist lediglich für Säuglinge und sehr alte Menschen oder schwer chronisch Erkrankte gefährlich, aber leider ausgesprochen lästig und hochansteckend. Aus diesem Grund sollten alle Erwachsenen einmal im Leben gegen Pertussis geimpft werden.

Ein Einzelimpfstoff gegen den Erreger steht allerdings nicht zur Verfügung, so daß die Impfung als Kombinationsimpfung mit Impfungen gegen Tetanus und Diphterie erfolgt – idealerweise im Rahmen einer Impfauffrischung.

Die Therapie erfolgt nur in Ausnahmefällen mit Antibiotika; normalerweise ist der Einsatz dieser Medikamentengruppe nicht sinnvoll. Die Behandlung ist rein symptomatisch, wobei das Problem weniger in der Erkrankung selber als vielmehr in der leichten Verbreitbarkeit besteht.

Telefon und Fax funktionieren wieder

Telefon und Fax funktionieren wieder. Ein Wunder. Die Praxis musste jetzt fast drei Wochen lang mit einer einzigen auf ein Handy umgeleiteten Telefonnummer auskommen, nachdem der Telefonanbieter uns schlichtweg hat hängen lassen. Insgesamt vier Techniker waren da, und erst der letzte hat es gestern hinbekommen. Im Endeffekt war es nur eine defekte Leitung ausserhalb des Gebäudes …

Impfung gegen Influenza

Der Herbst kommt – Grippeimpfung nicht vergessen. Wichtig für alle, vom Säugling bis zum Greis. Weshalb?

  • Geimpfte erkranken nicht an Influenza
  • Geimpfte stecken niemanden an
  • Geimpfte können nicht als Wirt für eine möglicherweise hochriskante Virusmutation dienen

Schweinegrippe, Vogelgrippe – bisher hat die Menschheit einfach Glück gehabt. Das kann aber auch ganz anders ausgehen (1, 2). Schützen Sie bitte sich selbst und andere – lassen Sie sich impfen. Mehr Informationen gibt es hier und hier.

Individuelle Unverträglichkeiten kann man niemals ausschliessen, der inaktivierte Impfstoff ist jedoch durchweg gut verträglich und verursacht keine Folgeerkrankungen. Der Satz „Nach der impfung bin ich erst richtig krank geworden.“ ist dem Reich der Mythen und Gruselgeschichten zuzuordnen und entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

 

Ultraschallscreening als Vorsorgeleistung

Im Rahmen reiner Vorsorgeuntersuchungen sieht das Sozialgesetzbuch keine Ultraschalluntersuchungen vor – anders als bei kontrollbedürftigen Erkrankungen oder im Rahmen gezielter Diagnostik.

Seit 1.10.2016 gibt es in Bayern einen Sondervertrag mit Versicherten der DAK, der es 55- bis 75-jährigen ermöglicht, einmal im Leben eine Vorsorgeultraschalluntersuchung des Bauches zu Lasten der Krankenkasse durchführen zu lassen.  Leistungsberechtigt sind alle Patienten vom 60. bis zum 75. Lebensjahr, beim Vorliegen von Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Raucher) auch ab dem 55. Lebensjahr. Idealerweise findet diese ntersuchung im Rahmen des Checkup 35 statt, kann aber auch unabhängig davon durchgeführt werden.

Wichtig: sollten Sie an chronischen oder akuten Erkrankungen leiden, die einer gezielten Ultraschalluntersuchung bedürfen, findet die oben genannte Regelung natürlich keine Anwendung.

Wir gehen davon aus, dass andere Krankenkassen in absehbarer Zeit ähnliche Verträge abschliessen werden – bis dahin beschränkt sich diese Sonderleistung auf die oben genannten Versicherten. Ungeachtet dessen bieten wir Ihnen bis dahin selbstverständlich wie auch bisher Vorsorgeleistungen nach Wunsch ausserhalb der Leistungen der GKV an.