Weshalb überhaupt impfen?

Uns werden immer wieder kritische Fragen zum Thema Impfen generell gestellt. Viele Menschen haben Ängste vor möglichen Nebenwirkungen und verzichten deshalb generell auf Impfungen.

Hierzu muss man mehrere Dinge anmerken:

Noch vor nicht allzulanger Zeit war es durchaus „normal“, dass viele Kinder und Erwachsene an ganz banalen Erkrankungen verstarben. Damit meinen wir nicht etwa das Mittelalter, sondern die Jahre bis 1950/60. Masern, Diphterie und andere Krankheiten mehr waren alltägliche Erscheinungen.
Das spielt heute bei uns zum Glück  keine Rolle mehr. Der Grund dafür ist allerdings schlichtweg der, dass nahezu alle Erwachsenen der heutigen Zeit als Kinder mehr oder weniger konsequent durchgeimpft worden sind. Es besteht eine sogenannte Herdenimmunität, die bis zu einem gewissen Grad auch Nicht-Geimpfte vor der Infektion schützt. Das funktioniert allerdings nur, wenn auch die nachrückenden Generationen einen hohen Impfschutzgrad aufweisen. Wird der Schutzzaun durch Impfmüdigkeit durchbrochen, stehen wir wieder da, wo wir die Problemzone vor 60 Jahren verlassen haben. Impfen schützt. Alle.

Im Internet kursieren viele Informationen von Impfgegnern, die propagieren, dass Impfungen unnötig und riskant seien. Damit sorgen sie dafür, dass bei vielen Menschen unnötige und irrationale Ängste entstehen. Wissenschaftlich begründen lassen sich solche Zweifel definitiv nicht. Das geht sogar soweit, dass in pseudowissenschaftlichen Publikationen behauptet wird, es gäbe gar keine krankmachenden Viren.  Eine interessante Reportage mit weiteren Links zu diesen teils sehr wirren Argumentationen ist hier zu finden.

Das oft zitierte Argument, dass Impfungen ausschliesslich den Interessen der Pharmaindustrie dienten, ist schlichtweg lebensgefährlicher Unsinn. Wer einmal einen Menschen an den Folgen von Masern, Diphterie oder Tetanus hat sterben sehen  – was in Drittweltländern ohne entsprechende Herdenimmunität noch häufig passiert  – vergisst das nie mehr.

Das Risiko von Nebenwirkungen bei Impfungen ist marginal. Es gab in den 70er-Jahren eine Impfkampagne gegen Polio mit dem Slogan Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam. Dieser Slogan lässt sich ohne Einschränkung auf alle Impfungen übertragen. Das Risiko, bei einer simplen Autofahrt einen zu schwersten Behinderungen oder zum Tode führenden Unfall zu erleiden, ist um ein Vielfaches höher als das,  bei einer Impfung wie auch immer geartete relevante Schädigungen zu erwerben. Nahezu alle in den diversen Internetpublikationen genannten Fallgeschichten sind immer wieder neu zitierte EInzelfälle, die zu Gruselgeschichten aufgebauscht werden; Korrelationen mit anderen chronischen Erkrankungen sind nicht belegt bzw. wissenschaftlich ausgeschlossen.  Eine leichte Rötung nach Injektion, zeitweise Schmerzen an der Injektionsstelle oder grippeähnliche Symptome für einige Tage, wie sie nach Impfungen gelegentlich mal auftreten, sind ein geringer Preis für einen guten Schutz vor lebensbedrohlichen Erkrankungen. Wahr ist: Nebenwirkungen und atypische Reaktionen lassen sich in der Medizin niemals ganz sicher ausschliessen, aber man muss eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen und die fällt eindeutig zugunsten eines konsequenten Impfverhaltens aus – für jeden Einzelnen. Pro und Contra Impfung ist keine Frage – ein Contra gibt es nicht.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mehr Informationen finden Sie ausserdem unter anderem hier: