Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung

 

Haben Sie sich mit diesem Thema schon einmal eingehender beschäftigt?

Wenn Sie irgendwann ganz plötzlich nicht mehr in der Lage sind, für sich selbst zu entscheiden – sei es wegen eines Unfalls oder einer Erkrankung -, sollten vorab verbindliche Regelungen getroffen worden sein, um Ihre ganz persönlichen Angelegenheiten in Ihrem Sinne zu regeln und zu organisieren. Dazu gibt es Dinge wie Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung.

Viele Menschen fühlen sich von der Vielfalt der Informationen und Angebote abgeschreckt – das geht jedoch auch einfach und unkompliziert.

Der einfachste und rechtlich sicherste Weg zur Information ist die ausgezeichnet gemachten Website des Bundesjustizministeriums, die einen hervorragenden Überblick über die Thematik liefert. Dort gibt es auch rechtsgültige Vorlagen, die Sie an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen können – und das ganz ohne Anwalt, Notar oder sonstige kostenpflichtige Dienstleister. Schauen Sie es sich einfach mal an – es lohnt sich.

 

 

Abholung von Rezepten, Überweisungen etc. durch Dritte

Die Datenschutzverordnung verpflichtet uns zum Einholen einer Vollmacht mit Identätsüberprüfung, sofern nicht Sie selbst, sondern Dritte in Ihrem Auftrag bestellte Rezepte etc abholen sollen.

Hier können Sie ein Formular zur Erteilung einer entsprechenden Vollmacht herunterladen, zu Hause ausfüllen und Ihrer/m Bevollmächtigten mitgeben. Bitte denken Sie daran, daß die/der Bevollmächtigte sich ausweisen muß, sofern uns nicht persönlich bekannt.

Einwilligung zur Datenverarbeitung und zur Erhebung/Übermittlung von Patientendaten

Die neue EU-DSGVO und das neue Bundesdatenschutzgesetz verpflichten uns, von jedem Patienten die Unterzeichnung einer Erklärung zur Einwilligung zur Datenverarbeitung gemäß EU-Datenschutzgrundverordnung und zur Erhebung/Übermittlung von Patientendaten gem. § 73 Abs. 1 b SGB V einzuholen. 

Die Datenverarbeitung erfolgt aufgrund gesetzlicher Vorgaben, um den Behandlungsvertrag zwischen Ihnen und Ihrem Arzt und die damit verbundenen Pflichten zu erfüllen. Hierzu verarbeiten wir Ihre personenbezogenen Daten, insbesondere Ihre Gesundheitsdaten. Dazu zählen Anamnesen, Diagnosen, Therapievorschläge und Befunde, die wir oder andere Ärzte erheben. Zu diesen Zwecken können uns auch andere Ärzte oder Psychotherapeuten, bei denen Sie in Behandlung sind, Daten zur Verfügung stellen (z.B. in Arztbriefen). Wenn Sie mit einer Überweisung von einem anderen Arzt zu uns kommen, benötigen wir gleichfalls Ihre Einwilligung, um Ihrem Hausarzt unsere Befunde mitzuteilen.

Die Erhebung von Gesundheitsdaten ist Voraussetzung für Ihre Behandlung. Werden die notwendigen Informationen nicht bereitgestellt, kann eine sorgfältige Behandlung nicht erfolgen.

Sie können das Formular hier herunterladen nach Durchlesen in Ruhe zuhause ausfüllen und uns mitbringen.

 

 

Lesenswert: was passiert mit Ihren Gesundheitsdaten?

Der Gesetzgeber verpflichtet Praxen, Krankenhäuser und andere Gesundheitsdienstleister zu höchsten Standards bezüglich Datenschutz. Mit Recht.

Auf der anderen Seite aber werden Ihre sensibelsten Gesundheitsdaten zwangsweise einem Privatunternehmen frei Haus geliefert, das sein Geld u. a. mit Bonitäts- und Wirtschaftsauskünften macht: der Firma Arvato, einem Tochterunternehmen von Bertelsmann. Und jede Arztpraxis im Land ist gesetzlich verpflichtet, dabei mitzumachen – Stichwort Telematik.

Was da passiert und wer etwas davon hat, können Sie hier nachlesen.

Zu den Gewinnern dabei zählen ganz sicher weder Sie noch wir.

 

 

Datenschutz

Wir haben unsere Datenschutzrichtlinie neu ausformuliert. Am Grundprinzip hat sich gar nichts geändert, weil das Thema Datenschutz für uns schon immer oberste Priorität genossen hat. Aber die neue Europäische Datenschutzverordnung fordert eine intensive Aufklärung unserer Patienten mit bestimmten Informationen, Formulierungen und Hinweise, denen wir hier gerecht werden.

Selbstverständlich haben wir auch alle anderen Forderungen der neuen Datenschutzverordnung bereits umgesetzt.  Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach hat uns attestiert, daß wir als eher kleinere Praxis nicht verpflichtet sind, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Dennoch können Sie sicher sein, daß Ihre personen- und gesundheitsbezogenen Daten allergrössten Schutz geniessen und bei uns in sicheren Händen sind.

 

Grippeimpfung – Verwirrung um 3fach/4fach-Impfstoff

In der Presse wird derzeit viel zum Thema Grippeimpfstoffe geschrieben. Die Frage nach dreifach- oder vierfach-valentem Impfstoff wird heiß diskutiert und täglich kommen Patienten mit der Bitte um Verordnung des Vierfach-Impfstoffes zu uns.

Hierzu gibt es klare Verordnungregeln, die für die aktuelle Impfsaison von den Krankenversicherungen vorgegeben sind. Zusätzlich bestehen Rabattverträge zwischen Kassen und Herstellern, die leider noch gültig sind, auch wenn das Rabattgesetz bei Impfstoffen bereits aufgehoben wurde. Fazit: in der aktuellen Saison dürfen wir den Vierfachimpfstoff nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen, auch wenn er effizienter ist. Spätestens für die nächste Saison ab Oktober wird es dann wohl  den Vierfach-Impfstoff für alle geben.

Hier gibt es eine Stellungnahme des zuständigen Gemeinsamen Bundesausschusses, in der die aktuelle Sachlage erläutert wird.

Bitte lassen Sie sich dennoch impfen – auch der Dreifach-Impfstoff hat eine nachgewiesene Schutzwirkung für Sie und für Dritte.  Noch ist Zeit dafür.

Denken Sie daran: jeder Geimpfte

  • erkrankt weniger wahrscheinlich
  • trägt es nicht weiter
  • kann nicht als Wirt für eine Virusmutation dienen

 

Ausblick 2018

Es tut sich einiges. Das Jahr 2018 bringt für uns als Praxis ebenso wie für Sie als Patienten einige Neuerungen, die durchaus mit erheblichen Veränderungen einhergehen werden.

Die wesentlichsten Punkte dabei sind:

1.
Die zwangsweise Einführung der Telematik-Infrastruktur in den Praxen, um die auch wir – ebenso wie alle Arztpraxen im gesamten Land – nicht herumkommen werden. Obwohl wir das für teuren, völlig überflüssigen und gefährlichen Unsinn halten …  mehr Informationen dazu gibt es hier.
An der Risikoeinschätzung des Konzepts hat sich nichts geändert, ganz im Gegenteil: durch die aktuell bekannt gewordenen Computerchipanfälligkeit für Hackerangriffe (Meltdown und Spectre) wird die Unsicherheit des Verfahrens nochmals hochgradig verschärft und ist aus der Sicht vieler Experten datenschutzrechtlich nicht vertretbar, auch wenn die Befürworter vom „sichersten System aller Zeiten“ sprechen.
Die aktuelle Gesetzeslage zwingt derzeit alle Praxen in Deutschland zur Umsetzung des Konzeptes bis Ende 2018. Mal abwarten, was sich bis dahin noch alles tut. Unsere Praxis ist auf jeden Fall nicht bei den ersten dabei, die sich auf diesen Irrsinn einlassen werden.

2.
Die Umstellung des bisherigen Bereitschaftsdienstkonzepts ab Ende Februar, das für uns Ärzte Zwangsdienst in Bereitschaftsdienstpraxen unter rechtlich völlig ungeklärten Bedingungen bedeutet und für Sie ein Wegfallen des bisherigen gut funktionierenden regional basierten ärztlichen Bereitschaftsdienstes.
Es wird drei Bereitschaftsdienstpraxen mit festen Dienstzeiten geben, die  an den Krankenhäusern Aschaffenburg, Erlenbach und Lohr angesiedelt sind.
Der Fahrdienst für medizinisch notwendige Hausbesuche wird tagsüber von drei Ärzten mit Fahrern, nachts von einem  Arzt besorgt, der alleine für fast eine halbe Million Menschen zuständig ist. Das entsprechende Dienstgebiet ist massiv ausgedehnt worden:


Wie es ab Ende Februar konkret funktionieren soll, steht hier.

 

 

 

 

 

3.
Die mögliche Einführung der sog. Bürgerversicherung, die von vielen gefordert wird und für ein Wundermittel für das Gesundheitssystem gehalten wird. Nun ja, wie das mit Wundermitteln halt so ist …
Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

Egal, was da so alles auf Sie und uns zukommt: wir tun im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhin alles, damit Sie im Krankheitsfall schnell wieder gesund werden und im Idealfall gar nicht erst krank werden.